Die in Teilen rechtsextremistische „Alternative“ für Deutschland hält am 04. und 05. Juli in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt ihren Bundesparteitag ab.
Armes Erfurt. Einerseits sowieso, andererseits, weil am gleichen Tag auf dem Domplatz Konzerte von Roland Kaiser und von Clueso stattfinden. Man hätte sich das kaum besser aussuchen können. Aber die AfD konnte sicherlich nicht anders, denn zu verlockend war die Aussicht, genau 100 Jahre nach der NSdAP in Thüringen aufzulaufen, siehe Bild.
Dagegen wird es natürlich kräftigen Protest geben. Das Bündnis widersetzen organisiert Widerstand aus ganz Deutschland, viele weitere Organisationen werden sich an den Protesten beteiligen. Und auch wir Hildesheimer OMAs werden wieder vor Ort sein, um unsere Ablehnung deutlich zu machen.
Die Hildesheimer OMAS waren diesmal in zwei Gruppen dabei, dazu noch zwei OMAS auf eigene Faust.
Die eine Gruppe reiste schon nachts im Bus nach Erfurt an. Nach der nächtlichen Fahrt wurde der Himmel allmählich heller – ein spannender Tag begann. Schon vor der Stadt sahen wir lange Reihen von Polizeiwannen mit Blaulicht an Straßenrändern stehen (warum braucht man dort Blaulicht?) und auch Wasserwerfer. In Erfurt schlugen wir uns zum Bahnhof durch und liefen dann mit der ersten Zubringer-Demo zum Parkplatz des Messegeländes. Die Rechtsextremen tagten in den angrenzenden Messehallen, deshalb die Demo gleich nebendran.
Diesmal ist es zwar nicht gelungen, mit Blockaden den Beginn des Parteitags zu verzögern (wie etwa in Riesa), aber nur, weil die Delegierten mitten in der Nacht aufgestanden sind. Das heißt: Sie reagieren auf die Aktionen und nehmen erhebliche Unbequemlichkeiten in Kauf. Fazit: Widersetzen wirkt also auch so!




Auf dem Parkplatzgelände – schwer bewacht von viiiiel Polizei und noch mehr Wasserwerfern – herrschte fröhliche Stimmung. Junge und alte Menschen, gut gelaunt, viele Infostände und Buden, an denen man etwas zu essen kaufen konnte. Besonders toller Service: Es standen Bierbänke und -tische bereit, sodass wir nicht die ganze Zeit stehen mussten. Nach der langen Nacht war uns das sehr angenehm.
Auf der Bühne war immer Programm: Reden, unter anderem von Luisa Neubauer und Katrin Göring-Eckhardt, wechselten mit Musik ab. Das Wetter war schön, zum Glück hatten wir Sonnenmilch mit!, und so ließ es sich aushalten. Es gab aber auch noch andere Unterstützung von oben:

Abends haben wir dann nach längerem Fußmarsch unseren Bus gefunden und waren gegen Mitternacht wieder in Hildesheim.
Die zweite OMA-Gruppe reiste mit dem Zug an und kam nach verpassten Anschlüssen und Verzögerungen später als geplant in Erfurt an. Sie blieb daher gleich in der Stadt, wo es ebenfalls ein Bühnenprogramm mit hochkarätigen Reden gab. Auf jeden Fall haben wir dazu beigetragen, dass richtig viele Menschen gezeigt haben, dass sie keine Nazi-Regierung wollen!
