04.07.2026: Protest gegen den AfD-Parteitag in Erfurt

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Oben im Bild ein Schwarz-Weiß-Bild von marschierenden Nazis im Dritten Reich und viel Volk mit hochgerecktem rechten Arm am Straßenrand. Darauf die Schrift: "Geschichte wiederholt sich. 4. Juli 1926: NSDAP hält ersten Parteitag seit ihrer Neugründung in Thüringen ab." Im unteren Teil des Bilds ein Foto von Bernd Höcke mit hochgerechtem rechten Arm. Dazu die Schrift: "4. Juli 2026: AfD wählt gleiches Datum und Bundesland für ihren Parteitag. Machtergreifung stoppen, AfD-Parteitag blockieren!"Die in Teilen rechtsextremistische „Alternative“ für Deutschland hält am 04. und 05. Juli in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt ihren Bundesparteitag ab.

Armes Erfurt. Einerseits sowieso, andererseits, weil am gleichen Tag auf dem Domplatz Konzerte von Roland Kaiser und von Clueso stattfinden. Man hätte sich das kaum besser aussuchen können. Aber die AfD konnte sicherlich nicht anders, denn zu verlockend war die Aussicht, genau 100 Jahre nach der NSdAP in Thüringen aufzulaufen, siehe Bild.

Dagegen wird es natürlich kräftigen Protest geben. Das Bündnis widersetzen organisiert Widerstand aus ganz Deutschland, viele weitere Organisationen werden sich an den Protesten beteiligen. Und auch wir Hildesheimer OMAs werden wieder vor Ort sein, um unsere Ablehnung deutlich zu machen.

 

 

 


Die Hildesheimer OMAS waren diesmal in zwei Gruppen dabei, dazu noch zwei OMAS auf eigene Faust.

Im Reisebus. Das Innere erscheint schwarz, an der Decke laufen zwei grüne Lichtleisten nach hinten. Draußen sieht man die Morgendämmerung, der Himmel färbt sich allmählich orange.Die eine Gruppe reiste schon nachts im Bus nach Erfurt an. Nach der nächtlichen Fahrt wurde der Himmel allmählich heller – ein spannender Tag begann. Schon vor der Stadt sahen wir lange Reihen von Polizeiwannen mit Blaulicht an Straßenrändern stehen (warum braucht man dort Blaulicht?) und auch Wasserwerfer. In Erfurt schlugen wir uns zum Bahnhof durch und liefen dann mit der ersten Zubringer-Demo zum Parkplatz des Messegeländes. Die Rechtsextremen tagten in den angrenzenden Messehallen, deshalb die Demo gleich nebendran.

Diesmal ist es zwar nicht gelungen, mit Blockaden den Beginn des Parteitags zu verzögern (wie etwa in Riesa), aber nur, weil die Delegierten mitten in der Nacht aufgestanden sind. Das heißt: Sie reagieren auf die Aktionen und nehmen erhebliche Unbequemlichkeiten in Kauf. Fazit: Widersetzen wirkt also auch so!

Demozug in der Stadt: Köpfe und Schilder ("AfD-Verbot jetzt") , außerdem Fahnen, die im Gegenlicht rot leuchten.
Auf der Zubringerdemo
Demozug in der Stadt. Viele Demoschilder sind von der Sonne angeleuchtet: "Rassismus ist keine Alternative", "Stoppt die AfD", "Arschlöcher für Diktatur", "Björn Höcke ist ein Nazi".
Auf der Zubringerdemo
Auf einer großen Straße laufen Menschengrüppchen bergan. Im Hintergrund sieht man zwischen den Bäumen den Erfurter Dom aufragen.
Schon fast an der Messe, nur noch der letzte Anstieg! Im Hintergrund grüßt der Erfurter Dom.

 

Unter blauem Himmel mit zarten Wölkchen, entlang von grünen Bäumen sitzen auf Bierbänken viele Menschen und schauen zur Bühne, die man im Hintergrund erkennen kann.
Im Hintergrund ist die Bühne zu erkennen.

Auf dem Parkplatzgelände – schwer bewacht von viiiiel Polizei und noch mehr Wasserwerfern – herrschte fröhliche Stimmung. Junge und alte Menschen, gut gelaunt, viele Infostände und Buden, an denen man etwas zu essen kaufen konnte. Besonders toller Service: Es standen Bierbänke und -tische bereit, sodass wir nicht die ganze Zeit stehen mussten. Nach der langen Nacht war uns das sehr angenehm.

Auf der Bühne war immer Programm: Reden, unter anderem von Luisa Neubauer und Katrin Göring-Eckhardt, wechselten mit Musik ab. Das Wetter war schön, zum Glück hatten wir Sonnenmilch mit!, und so ließ es sich aushalten. Es gab aber auch noch andere Unterstützung von oben:

Am zartwolkigen Himmel fliegt ein Flugzeug und zieht ein Transparent hinter sich her. Auf diesem steht Weiß auf Rot "Nazis nerven".
„Nazis nerven!“

 

 

 

 

Abends haben wir dann nach längerem Fußmarsch unseren Bus gefunden und waren gegen Mitternacht wieder in Hildesheim.

 

Die zweite OMA-Gruppe reiste mit dem Zug an und kam nach verpassten Anschlüssen und Verzögerungen später als geplant in Erfurt an. Sie blieb daher gleich in der Stadt, wo es ebenfalls ein Bühnenprogramm mit hochkarätigen Reden gab. Auf jeden Fall haben wir dazu beigetragen, dass richtig viele Menschen gezeigt haben, dass sie keine Nazi-Regierung wollen!

Eine Gruppe OMAS GEGEN RECHTS aus Hildesheim steht um die Maus aus der Kindersendung herum. Sie halten OMA-Schilder hoch.
Die Maus im Goldgewand: Das Erfurter Motto lautet aktuell „Gold statt Braun“. (Siehe dazu: https://www.erfurt.de/ef/de/erleben/veranstaltungen/feste/135558.html )